Die Sache mit dem Akku
Geschrieben von admin am 19. Juni 2009 | Abgelegt unter Allgemein
Da das Wetter in Ebeltoft heute so aussieht, haben wir die Geschichte mit dem Akku aufgeschrieben.

Die Sache mit dem Akku
Akkus benötigen wir, um unseren Oktokopter in die Luft zu bekommen. Mit dem Oktokopter bringen wir den Fotoapparat in die Position, von der aus, wir eine Aufnahme machen wollen. Der Oktokopter fliegt mit Elektromotoren, welche bekanntlich Strom benötigen. Den Strom liefern Hochleistungsakkus. Die besten und vor allem leichtesten sind die so genannten LiPos (Lithium-Polymer-Akkus).
Das Bild, das die Kamera liefert, wird vom Oktokopter zum Boden gesendet, wo Renate es durch eine Videobrille sehen kann. Hierfür benötigen wir am Boden auch einen Empfänger. Der Einfachheit halber haben wir einen LiPo genommen, da diese ohnehin in ausreichender Stückzahl zum Fliegen vorhanden sind.
Es ist nun aber so, dass LiPos sehr empfindlich auf Überladen oder Kurzschluss und auch Tiefentladung reagieren können. Es ist durchaus möglich, dass sie anfangen zu brennen. Vorher blähen sie sich jedoch auf. Dies ist ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Weiterhin muss erwähnt werden, dass LiPos relativ teuer sind.
Nach dem Fliegen, wollte ich jedenfalls den LiPo, den Renate für ihren Empfänger benutzte, in unsere sichere Munitionskiste aus Stahl packen, als ich feststellte, dass der LiPo leicht aufgebläht war. Oh, Schreck! Ich habe dann als erstes die Spannung gemessen, um festzustellen, ob er seine Sollspannung von 11,1 Volt hat. Das Messergebnis war niederschmetternd - 4,1 Volt. Also hat er wohl einen Kurzschluss gehabt und kann jederzeit abbrennen.
Panik! So wie Renate mit den Kabeln hantiert, war ja zu erwarten, dass sie irgendwann einen Kurzschluss produziert. Das wäre vielleicht mal ein Thema für Mario Barth. Frauen ziehen den Staubsauger selten am Stecker aus der Steckdose, sondern zerren so lange am Kabel, bis er aus der Dose kommt. Meine Frau hat neulich so lange an einem Kabel gezogen, bis es samt Steckdose aus der Wand kam. Auch Bügeleisen überleben bei uns nicht lange. Nicht etwa weil selbige kaputt sind, nein die Kabel überleben das Bügeln nicht. Das Kabel sieht immer aus, als wenn man es in ein Bohrfutter gespannt hätte und dann die Bohrmaschine angestellt hat. Frauen haben eben keinen Sinn für Technik. Eine Untersuchung hat ergeben, dass eine Frau mit Kind auf dem Arm sich bei einem heran fliegenden Laptop sofort umdrehen würde um das Kind zu schützen. Ein Mann hingegen würde das Kind fallen lassen und den Laptop auffangen mit der Begründung: „Die Beule heilt schnell, der Laptop wäre unwiederbringlich verloren.“ Das gleiche gilt für den Strom an sich. Meine Frau hat relativ früh gelernt, wie man Licht anschaltet. Sie hat aber bis heute nicht begriffen, wie man das Licht wieder aus schaltet. Das führt zu merkwürdigen Erscheinungen, wenn wir z.B. vor Anker liegen. Dort habe ich auch jeden morgen die gleiche Diskussion, nämlich – warum denn heute der Haarfön nicht geht. Jetzt aber wieder zu meinem LiPo.
Es gab eine kurze aber heftige Diskussion mit anschließendem 2-stündigen lautem und aggressivem Schweigen. Dann flammte die Diskussion wieder auf – wohin nun mit dem Akku. „Ganz einfach“, sagte ich, „die Ostsee ist hier 20 m tief.“ Nein, so was machen wir nicht. Er kommt zu den anderen Batterien in den dafür vorgesehenen Müllbehälter. Ich machte den Behälter ausfindig und stellte fest, sollte der Akku brennen, fackelt die ganze Hafenmeister-Bude ab.
Jetzt sollten wir aber mit den Hunden gehen. Wohin so lange mit dem Akku? Zum Laden hatte ich die Akkus immer in einem Blumentopf aus Keramik, also dorthinein. Den Topf lassen wir aber nicht auf dem Schiff. Als wir gingen, stand der Topf in sicherer Entfernung vom Schiff und allem anderen brennbaren Material mitten auf dem Weg. Was die Leute wohl über diesen Blumentopf gedacht haben?

Wir vertagten das Thema und segelten erst mal von Ballen nach Maarup. Dort stellten wir fest, dass das Problem immer noch da war, und wir irgendwie den Akku entsorgen mussten. Meine Frau kam dann auf die Idee, erst mal im Internet zu recherchieren, wie andere Leute das machen. Das Ergebnis war niederschmetternd. Die anderen hatten das gleiche Problem und wussten es auch nicht. Es wurde diskutiert, ob die Eckernförder Bucht der geeignete Ort für die Entsorgung ist oder nicht. Der einzig sinnvolle Tipp war, den Akku kurzschlusssicher und trocken vor der Entsorgung zu verpacken und „Lithium“ draufzuschreiben.
Der Batteriebehälter auf Maarup war auch nicht feuersicher angebracht. Das ganze Sanitärgebäude war gefährdet. Also Thema wieder vertagt. Vielleicht gibt es ja in Ebeltoft eine Möglichkeit für Sondermüll.
Als wir dann das nächste mal fliegen waren, stellte ich fest, dass der Ersatzakku auch aufgebläht war. Eine sofortige Spannungsmessung führte aber zur Entwarnung, 12,3 Volt, also fast voll. Eine genauere Betrachtung ergab dann, dass der Akku nicht aufgebläht war, sondern mit einer Schaumgummischicht ummantelt war, die dann den aufgeblähten Eindruck erweckte. Jetzt keimte in mir der Verdacht auf, dass der erste Akku auch in Ordnung war. Aber die Spannung war doch im Keller? Also neu gemessen, 12,3 Volt! Ich Idiot, ich hatte das Messgerät falsch angeschlossen. Nun hatte ich den Akku aber schon wasserdicht verklebt, und ein Kabel ganz kurz abgeknipst. Mist! Wenn ich mal Zeit habe, werde ich versuchen, das Kabel wieder anzulöten. Renate stand dabei und sagte keinen Ton. In ihrem Gesicht stand aber genau geschrieben, was sie dachte. „Und mit ihm begibst Du Dich auf ein Segelboot. Dass das immer so gut geht.“
6 Kommentare »
am 19. Juni 2009 um 21:06 1.admin schrieb …
Alle reden immer von Renate, aber Derek wurde noch nicht entdeckt.
am 20. Juni 2009 um 11:22 2.otterbaanke schrieb …
Oh, oh Derek, Du solltest ein Buch schreiben. Wir haben selten so gelacht. Gut geschrieben. LG Anne und Detlef
am 20. Juni 2009 um 13:30 3.Holger schrieb …
Ja Derek, manchmal kommt´s eben knüppeldick. Sei froh, dass Du nicht recht hattest, ein abgefackeltes Schiff wäre schlimmer als die Schmach des technischen Versa- gers. Gönne Renate den Triumph, sie hat ihn sich durch ihr generöses Schweigen verdient.
Grüße Holger
am 21. Juni 2009 um 22:19 4.Klaus schrieb …
Hallo
… besser als Mario Barth hi hi.
wünsche Euch weiter gute Fahrt
Klaus
am 22. Juni 2009 um 00:09 5.admin schrieb …
Hat mich denn immer noch niemand auf den Fotos entdeckt?
Habe heute Abend Fotos von Schiffen gemacht, und bin mit Oktokopter zwischen den Masten geflogen. Ging recht gut und ergab gute Bilder.Demnächst bei
http://www.luftaufnahmen-ostsee.de
zu sehen.
Grüsse an alle in der Heimat
Derek
am 31. Juli 2010 um 17:26 6.Christian schrieb …
LOL – das mit Frauen und Technik stimmt, und manchmal finde ich es zum Verzweifeln! Warum KAPIEREN Frauen das denn einfach nicht?!?
Gut, wer ganzheitlich denkt, kann aber schlussfolgern daß es das Phänomen auch andersherum geben wird:
Frauen, die sich wundern daß Männer was Bestimmtes nicht auf die Reihe bekommen das für Frauen das Selbstverständlichste von der Welt ist.
Vielleicht hat Gott das so gemacht daß wir alle ´ne Menge Spaß haben. Zum Beispiel wir Männer dabei, Frauen-Einparkvideos auf YouTube zu gucken. XD