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4. Dez. 2015

Normalerweise gehe ich mit meinem Dackel spazieren, einmal wollte ich es aber auch mit einer Drohne versuchen. Zu diesem Zweck befand sich die 3DR Solo die gesamte Zeit im „Follow me“ Modus. Um die Aufnahmequalität zeigen zu können habe ich auf Schnitte sowie stabilisierende Nachbearbeitung verzichtet. Lediglich die Bildqualität ist wegen der nötigen Komprimierung reduziert.

9. Nov. 2015

Wir haben die Gelegenheit des schönen Herbstwetters genutzt und einige Bilder mit der GoPro 4 und 3DR Solo gemacht.

 

24. Aug. 2015

Anlässlich unseres Törns mit dem Boot durch den Göta Kanal sind wir auf dem Rückweg auch im Hafen von Kalmar gewesen. Da unser mitreisender Dackel Wellenhöhen über 1 m nicht verträgt, waren wir gezwungen, mehrere Tage an diesem eigentlich sehr schönen Ort zu verweilen. Meine Machtbefugnisse als Skipper beschränken sich auf die Zeit zwischen dem Lösen und dem Festmachen der Leinen, während des Hafenaufenthaltes hat meine Frau folglich das Sagen. Und diese ordnete eine Besichtigung von Schloss Kalmar an. Gesagt getan, meine Gattin ging forschen Schrittes voran, der Dackel und ich schleppten uns etwas weniger motiviert hinterher. Die Besichtigung war dann so, wie solche Besichtigungen immer sind – langweilig!

Halt, da tut sich was. Da stand doch tatsächlich ein „Typ“ mit einer Phantom 3 Drohne. „Was will der hier bei 4-5 Beaufort Wind“, dachte ich so bei mir. Hat der keinen Fotoapparat? Will der jetzt mit der Drohnen in der Hand seine Aufnahmen machen? Das sieht bestimmt lustig aus. Dann jedoch griff er in seinen Rucksack und holte einen Akku raus. “Was will er denn damit“, dachte ich weiter. Der steckte den Akku tatsächlich in die Drohne und griff dann zu einem Sender nebst Bildschirm. “Der will tatsächlich bei dem Wind fliegen“. Und tatsächlich startete er die Phantom. Ich war erstaunt, wie gut diese kleine Drohne gegen den doch sehr starken Wind anfliegen konnte. Er flog einen perfekt gesteuerten großen Kreis um das Schloss – wahrscheinlich um das Schloss, mit der unter der Drohne angebrachten Kamera zu filmen.

Das war genau das, wovon ich als Kind schon immer geträumt habe. Ein Modellflugzeug mit Kamera möglichst weit weg fliegen zu lassen und dabei das Bild zu sehen, was die Kamera aufnimmt. Der Pilot stand ganz gelassen da, ignorierte die Drohne völlig und sah nur auf seinen Bildschirm. Ich war fasziniert. In englischer Sprache äußerte ich dem Piloten gegenüber meine Bewunderung, konnte dann aber ins bequemere Deutsch umstellen, da der Herr in Deutschland wohnte, wie er mir mitteilte.

Ich fliege zwar auch schon seit 50 Jahren Modellflugzeuge und Modellhubschrauber, aber so habe ich das noch nicht gesehen. Bislang habe ich noch nicht erlebt, dass man das Modell fliegen kann, ohne es zu beobachten. Das war etwas ganz Neues für mich. Ich war richtig neidisch und überlegte, ob ich das nicht auch machen könnte. Da allerdings meldete sich der kleine Pessimist in mir: „Und was ist, wenn der Kopter außer Kontrolle gerät, während du nur auf den Bildschirm guckst, und vielleicht sogar abstürzt? Du kriegst dann nicht mal mit, wo er hinfällt. Du weißt doch ganz genau, dass dir sowas garantiert passiert, weil für dich die Gesetze von Murphy definitiv gelten.“ Ich ließ die Schultern hängen und folgte meiner Frau die schon auf dem Rückweg war. Leider hatte mein kleiner Pessimist nur allzu Recht, genau so passiert es mir immer. Es wäre nicht das erste Modell, das bei mir abstürzt, und auch nicht der erste Kopter.

Als ich über die Zugbrücke ging, sah ich wie die Phantom zu einem neuen Flug bereit gemacht wurde. Trotz meines Frustes musste ich mir das noch ansehen. Diesmal flog er nicht um die Burg herum, sondern nahm Kurs auf die Stadt, genauer gesagt auf einen großen Turm, der in der City gut zu sehen war. Die Drohne wurde immer kleiner. Ich musste jetzt ganz stillstehen und durfte meinen Kopf nicht bewegen, sonst hätte ich sie aus den Augen verloren. Es sah so aus, als hätte sie den Turm bereits passiert. Ich schätzte die Entfernung auf ca. 500 m und die Höhe deutlich über 100 m. Nun verschwand sie völlig und war überhaupt nicht mehr zu sehen. Toll, dachte ich, dass so etwas geht? 1 Minute später konnte ich sie wieder sehen, sie war jetzt links neben dem Turm, und wurde langsam wieder größer. Sie kam näher und näher, flog noch dicht über die Zugbrücke, auf der sich die Leute zur Burg begaben und landete schließlich bei ihrem Piloten.

Ich kriegte mich nicht mehr ein, das war ja toll, der konnte seine Drohne fliegen, ohne sie zu sehen. Und sie kam auch wieder zurück. Nur zu gern hätte ich die Aufnahmen gesehen, die dabei gemacht wurden. Eigentlich war für mich jetzt schon klar, so eine kleine Phantom 3 wollte ich auch haben. Da hörte ich wieder den kleinen Pessimisten: “Du weißt doch, dass du bei sowas immer Pech hast. Da wo die gerade geflogen ist, befindet sich der Bahnhof und der Yachthafen, es ist Samstag, und es findet dort gerade der Kalmar Ironman 2015 statt. Da unten sind Hunderte von Leuten, da sind Hunde und Kinder, da sitzen Leute draußen vor den Restaurants. Was ist, wenn du einen von denen verletzt? Dass du nicht über Menschen fliegen darfst, weißt du doch auch. Wahrscheinlich liegt das hier noch in der Kontrolzone vom Flugplatz Kalmar und du darfst hier garnicht fliegen. Dass deine Versicherung bei einem Unfall wegen grober Fahrlässigkeit nicht bezahlen würde, ist eh klar, oder?“ Ich sackte wieder in mir zusammen, der kleine Pessimist hatte ja so Recht, bei mir würde das sicher schief gehen. Ich bin einfach zu feige, Gesetze zu übertreten und andere Leute oder den Flugverkehr zu gefährden. Also lief ich langsam zurück zu unserem Boot und beneidete dabei den Piloten auf der Burg um seine Freiheit und den Spaß, den er dabei hatte.

Auf dem Boot haben wir dann Kaffee getrunken und dem Treiben im Hafen zugesehen, als wir ein Motorengeräusch in der Luft hörten. Da kam eine „Pitts Special“. Für diejenigen die sich nicht auskennen: Eine „Pitts Special“ ist ein Kunstflug-Doppeldecker mit einem sehr starken Motor. Die „Pitts Special“ machte ganz offensichtlich zum Abschluss der Ironman-Veranstaltung eine Kunstflugvorführung über dem Hafen in sehr niedriger Höhe. Da quakte schon wieder mein kleiner Pessimist dazwischen: „Und was ist, wenn du da jetzt mit deinem Kopter geflogen wärst, hä?“
Bin ich inzwischen zu alt für so etwas?

Literaturempfehlungen:
Anleitung zum Unglücklichsein: Taschenbuch – 1988, von Paul Watzlawick
Murphy’s Law and Other Reasons Why Things Go Wrong (Englisch): Taschenbuch – 1977, von ARTHUR BLOCH (Autor)
Luftverkehrsordnung $16

Die Karte:

Schloss-Kalmar-1

Schloß Kalmar, hinten links der Turm (leider nur von unten)

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