TV-Tipp Ostsee – September 2010
Geschrieben von Renate Lorenzen am 23. August 2010 | Abgelegt unter TV-Tipp Ostsee
Eine Ostseeinsel für zwei – Ulla, Conny und ihr Lebenstraum
Film von Rolf Sakulowski
Redaktion: Erika Mondry
Conny und Ulla haben ihren Traum wahr gemacht: Sie kehrten dem hektischen Alltag den Rücken und leben seither allein auf einer kleinen Insel. Vor ein paar Jahren packten sie Möbel und Hausrat zusammen und zogen auf den Ruden, ein Eiland zwischen Usedom und Rügen im Nordosten von Mecklenburg-Vorpommern. Die beiden Mittfünfziger konnten sich in einem alten Lotsenhaus niederlassen. Stromanschluss und fließend Wasser gibt es dort nicht, geheizt wird im Kamin, gekocht auf einem Propangasherd. Für ein Monatsgehalt von der Gemeide und dem Naturschutzamt sind die beiden Hafenmeister, Vogelwart und Inselführer in Personalunion. Doch die Inselromantik hat auch ihre Kehrseiten. Die Versorgung mit Trinkwasser und Lebensmitteln ist eine dauernde Herausforderung. Einmal im Monat müssen sie mit ihrem Boot aufs Festland fahren und Nachschub holen. Dann können sie es kaum erwarten, wieder auf ihre Insel zurückzukehren, erzählen sie.
Während Ulla im Sommer Segler, die im Hafen Station machen, ins Inselmuseum und zum Beobachtungsturm aus der NS-Zeit führt und über die DDR-Geschichte des Eilands informiert, bewacht ihr Lebensgefährte das Naturschutzgebiet. Hier tummeln sich tagsüber Tausende Kormorane. Allein ist das Paar im Sommer auf dem Ruden selten. Aber im Winter bekommen die ehemaligen Wirtsleute oft wochenlang keine Menschenseele zu Gesicht. Dann sind sie endlich allein mit Wind und Wellen, meint Conny, dann machen sie es sich richtig gemütlich.
Rolf Sakulowski hat das Paar aus Mecklenburg-Vorpommern auf dem Ruden besucht. Er erzählt die Geschichte zweier Menschen, die ihren Lebenstraum verwirklichen konnten – allein auf einer Insel.
Sendetermin: Samstag, 4. September 2010, 15.00 Uhr, NDR Fernsehen
Bilderbuch Deutschland – Kiel und die Kieler Förde
Film von Karin Reiss
Redaktion: Uwe Michelsen
In der Stadt an der Ostsee findet seit mehr als hundert Jahren zur Sommerzeit die “Kieler Woche” statt. Höhepunkt ist die Parade mit den schönsten Windjammern der Welt auf der Förde. Von dieser Bucht, die wie ein Keil ins Land hineinragt, hat Kiel seinen Namen. Die Förde verleiht der Stadt maritimen Charme. Sie ist ein Paradies für Segler, ein Hafen für Schiffe und Fähren aus Skandinavien und Osteuropa.
An den Ufern werden Schiffe auf Werften gebaut, die international für ihre Qualität bekannt sind. Schiffbau und Marine haben eine lange Tradition. 1871 wurde Kiel Reichskriegshafen. Unter Kaiser Wilhelm II. entwickelte sich die Stadt neben Wilhelmshaven zum bedeutendsten Marinestandort. Damals brauchte der Kaiser Schiffe für Deutschlands Größe. Der Bau von Kriegsschiffen wurde der Stadt im Zweiten Weltkrieg zum Verhängnis. Die Bomben der Alliierten machten aus Kiel ein Trümmerfeld. Idyllische Ecken gibt es kaum noch. Beim Wiederaufbau kümmerte man sich nicht um die gewachsenen Strukturen der im Mittelalter gegründeten Stadt.
Sendetermin: Donnerstag, 9. September 2010, 14.15 Uhr, NDR Fernsehen
Inselgeschichten – Sehnsucht nach Rügen
Film von Elke Bendin
Redaktion: Elke Bendin
Mönchgut ist der Name einer Halbinsel im Südosten von Rügen. Das wäre die einfachste und knappste geografische Beschreibung. Aber – Mönchgut ist anders. Hier gerät man ins Schwärmen: ein traumhafter Wechsel von Land und Meer, von Hügelketten und weißen Sandstränden, von stillen Dörfern und quirligen Badeorten. Die Menschen in diesem Landstrich sind bodenständig, wortkarg und – einfallsreich.
Unzählige Arbeitsstunden haben die Gastronomen Christina und Peter Knobloch in ein ruinöses Haus gesteckt. Nun erstrahlt die Villa in Göhren wieder in feinster Bäderarchitektur. Im Anbau befindet sich ein Laden mit Hightech-Küche. Hier verrät Rügens Starkoch jede Menge Tricks. Und die selbst hergestellten Kräutersalze, Konfitüren und allerlei andere Köstlichkeiten verführen zum Kaufen.
Auch Fischer Roberto Brandt in Baabe bietet in seinem Gasthaus Gerichte an, die schon seine Vorfahren kannten. Fast täglich fährt er zum Fischen auf Ostsee und Bodden hinaus. Dann landen Dorsch, Aal, Flundern und Heringe fangfrisch auf den Tellern der Touristen und Einheimischen. Ein neues Boot aus Stahl hat er sich angeschafft, größer und schneller als das alte Holzboot.
Schäfer Joachim Westphal in Groß Zicker will seinen Betrieb ebenfalls erweitern. Seine Zucht mit dem Rauwolligen Pommerschen Landschaf läuft zwar gut, aber er möchte auch das Fleisch vermarkten, in alter Mönchgut-Tradition Schinken und Wurst verkaufen. Doch die Mühlen der Bürokratie mahlen langsam. Autorin Elke Bendin erlebt eine fantastische Landschaft und ihre kreativen Menschen über die vier Jahreszeiten.
Sendetermin: Samstag, 11. September 2010, 14.00 Uhr, NDR Fernsehen
Weltreisen – Schwedische Inselwelt / Die Schären von Stockholm
Film von Tilmann Bünz (BR)
Direkt vor Schwedens Hauptstadt liegt eines der größten Inselreviere der Welt: die Schären von Stockholm. 10.000 Menschen leben dort verteilt auf 30.000 Inseln und Inselchen.
Der langjährige Skandinavien-Korrespondent Tilmann Bünz und sein Team haben diese Inselwelt zu allen vier Jahreszeiten besucht. Im Sommer, wenn die Städter kommen, im Herbst, wenn die Insulaner sich von dem Ansturm erholen und Zeit finden, ihren Kindern das Fischen beizubringen. Im Winter, wenn es um neun Uhr hell wird und um drei schon wieder dunkel und schließlich im Frühling, wenn das Eis bricht und die ersten Städter wieder Sehnsucht nach den Schären bekommen.
Im Mittelpunkt des Films stehen zwei schwedische Frauen wie “aus dem Bilderbuch”: Lotte von der Jungfraueninsel. Mit ihrem Mann Urban und den zwei kleinen Kindern hat sie eine Insel für sich allein, zwei Kilometer lang und dreihundert Meter breit. Bei Eisgang werden die Kinder mit dem Hubschrauber in den Kindergarten gebracht. Und dann gibt es Ylva: Auf Rödlöga, der letzten Insel draußen im Meer, führt sie den östlichsten Kaufmannsladen Schwedens. Selbst bei Sturm geht sie segeln, wenn sie den “Inselkoller” bekommt. Schließlich lernen wir die zwei knorrigen Bootsbauer Hans und Per-Oskar kennen, die unverdrossen seit einem halben Jahrhundert von Hand Holzboote bauen.
Sendetermin: Samstag, 18. September 2010, 12.15 Uhr, NDR Fernsehen
Ferienparadies Rügen – Wo der Osten Urlaub machte
(MDR)
“Herzlich willkommen im Arkona Strandhotel!”. Das Ehepaar Surma aus Falkenau glaubt, die Stimme des Concierges zu kennen. Die Erinnerung der beiden Sachsen geht in den November 1989 zurück. Damals hatten sie im FDGB-Heim Arkona Urlaub gemacht und durchs Radio erfahren, dass die Mauer gefallen war.
Eine Sensation mit Folgen: Schon einen Tag später konnten sie mit der Fähre bis zur schwedischen Küste fahren. Auch wenn sie nicht an Land gehen durften, es war ein erstes Gefühl von Freiheit. Nun kehren sie nach Binz ins “Arkona” zurück. Aus dem FDGB-Heim ist ein Vier-Sterne-Hotel geworden. Und Jürgen Niemann, der einstige Pförtner, hat heute völlig neue Umgangsformen – als Concierge eben, mit stilvoller Garderobe. Kaum etwas ist wiederzuerkennen in Binz, in der Umgebung, auf der ganzen Insel. Renovierte Villen, schmucke Pensionen, moderne Hotels und Campingplätze – Rügen hat eine “Wellnesskur” durchgemacht.
Zu DDR-Zeiten gab es für die Ostdeutschen kein beliebteres Urlaubsziel als die Insel. Es glich einem Lottogewinn, auf Rügen einen Ferien- oder Campingplatz zu ergattern. Genügsam wurde die mangelhafte Versorgung hingenommen. Statistiken sagen aus, dass jeder DDR-Bürger es nur einmal in zehn Jahren auf die Insel schaffen konnte. Nun ist Rügen für jeden erreichbar. Mögen die Preise heute auch andere sein als früher. Was an Versorgung, Service und Erlebnisangeboten genutzt werden kann, ist auch für viele
Ostdeutsche das Geld wert. Von den 1,4 Millionen Touristen, die die Insel jährlich anlockt, stammt jeder Zweite aus den neuen Bundesländern.
Sendetermin: Sonntag, 19. September 2010, 12.15 Uhr, NDR Fernsehen
Kontrollfahrt – Wasserschutzpolizei Kiel
Film von Sven Rieken
Redaktion: Bernd Janssen
Sven Sieveke und Dirk Loof arbeiten seit 20 Jahren gemeinsam auf der Kieler Förde. Die Beamten der Wasserschutzdirektion Kiel kennen hier jeden Winkel. Mit ihrem Patrouillenboot, der “Neumühlen”, fahren sie bis weit in die Ostsee hinaus.
Berufsschifffahrt und vor allem Sportbootfahrer bereiten ihnen an belebten Sommerwochenenden viel Ärger. Alkoholkontrollen, Geschwindigkeitsübertretungen, Hilfe in Seenot, Anglerkontrollen, Streitereien um die Vorfahrt sind dann an der Tagesordnung. Zusätzlich müssen die Wasserpolizisten ein Auge auf das Ufer der Förde haben. In den lauen Sommernächten treffen sich dort viele Jugendliche zu Strandpartys. Alkohol und gute Laune lösen häufig Einsätze aus, bei denen die Beamten auch schon mal als Lebensretter auftreten.
Sendetermin: Dienstag, 28. September 2010, 13.05 Uhr, NDR Fernsehen
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