Der neue „Bootschafter“ der DGzRS Bestseller-Autor Frank Schätzing stellt die Einsatzbilanz 2011 vor
Geschrieben von Renate Lorenzen am 22. Januar 2012 | Abgelegt unter Allgemein, Seenotrettung
Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) haben im Verlauf des Jahres 2011 insgesamt 1323 Menschen aus Seenot gerettet oder Gefahr befreit (2010: 1130). Insgesamt ist die Rettungsflotte der DGzRS 2106 Mal im Einsatz gewesen (2010: 2044 Einsätze). Seit ihrer Gründung am 29. Mai 1865 hat die DGzRS somit insgesamt 79.063 Menschen aus Seenot gerettet oder aus lebensbedrohender Gefahr befreit.
Der neue ehrenamtliche „Bootschafter“ der Seenotretter – der Schriftsteller und Erfolgsautor Frank Schätzing („Der Schwarm“, „Limit“ …) – stellte in der DGzRS-Zentrale in Bremen am Dienstag, 17. Januar 2012, die Einsatzzahlen der Rettungsflotte aus dem Jahr 2011 vor.
Der neue “Bootschafter” der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) Frank Schätzing (li.) im Gespräch mit Gerd Schwips, Vormann des Seenotkreuzers BERNHARD GRUBEN (im Hintergrund). Der Seenotkreuzer wird zur Zeit in der DGzRS-Werft überholt (Quelle: DGzRS).
Schätzing löst den Schauspieler Uwe Friedrichsen ab, der die Arbeit der Seenotretter mit großem Engagement im letzten Jahr begleitet hat. Frank Schätzing zur Arbeit der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger: „Ich bewundere die Seenotretter für ihren unerschrockenen, unermüdlichen Einsatz. Er verdient eine gewaltige Flut, mit der sie auch in Zukunft jederzeit auslaufen können, wann immer Menschen in Not sind – eine Flut von Spendengeldern!“
Die Zahlen für 2011 im Einzelnen:
- 56 Menschen wurden aus Seenot gerettet.
- 1267 Menschen wurden aus drohender Gefahr befreit.
- 453 Mal wurden erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert.
- 59 Schiffe und Boote wurden vor dem Totalverlust bewahrt.
- Es wurden 946 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht.
- 513 Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten wurden absolviert.
- 3068 Mal sind die Seenotretter in ihren Revieren zwischen Borkum im Westen und Ueckermünde im Osten auf Kontrollfahrt gegangen.
- In 225 Seenotfällen war die SEENOTLEITUNG BREMEN (Maritime Rescue Co-ordination Centre, MRCC BREMEN) international im Interesse der deutschen Schifffahrt unterstützend oder initiativ tätig (2010: 248 Mal).
- 73471 Seemeilen (ca. 136.070 Kilometer) haben die 20 Seenotkreuzer (die 41 Seenotrettungsboote nicht mitgerechnet) im vergangenen Jahr bei den Such- und Rettungsaktionen sowie den Kontrollfahrten in Nord- und Ostsee zurückgelegt.
Auch 2011 wurde die Flotte weiter modernisiert. Im vergangenen Jahr wurde ein neuer 20-Meter-Seenotkreuzers für die Station Büsum in Dienst gestellt. Sandra Carstensen, die Frau des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen, taufte das Schiff Mitte August auf den Namen THEODOR STORM. Auch im laufenden Jahr soll die Modernisierung der Rettungsflotte fortgesetzt werden. Für die Station Sassnitz ist ein neuer 36,5 Meter langer Seenotkreuzer vorgesehen. Der Kreuzer, der sich zur Zeit auf der Fassmer-Werft an der Unterweser im Bau befindet, soll die dann 34 Jahre alte WILHELM KAISEN ablösen.
Auf seine letzte und spektakuläre Reise ging im Frühjahr 2011 der ausgemusterte Seenotkreuzer JOHN T. ESSBERGER. Von Fehmarn aus erreichte er über Hamburg, Bremerhaven und den Rhein Ende Mai Speyer, wo er im „Technik Museum“ seit September 2011 besichtigt werden kann. Hier soll er in dem stark frequentierten Museum (ca. 650.000 Besucher pro Jahr) unter anderem fernab der Küsten für das Seenotrettungswerk werben und weitere Förderer für die DGzRS gewinnen, deren Arbeit ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen getragen wird.
Spendern, Freunden und allen Interessierten bietet die DGzRS auch 2012 wieder die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von der Leistungsfähigkeit des deutschen Seenotrettungswerks zu machen. Erneut findet am letzten Sonntag im Juli – 29. Juli 2012) – der „Tag der Seenotretter“ auf zahlreichen Rettungsstationen und in der Zentrale in Bremen statt.
(Quelle: Pressemitteilung DGzRS vom 17. Januar 2012) – www.dgzrs.de
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