Sie sind hier: Start Deutschland Hiddensee Hiddensee - Kunst und Kultur

Ostsee-Portal Suche



Wetterwarnungen



Hiddensee - Kunst und Kultur PDF Drucken E-Mail

Hiddensee Kunst und Kultur: Seebühne Hiddensee

Die Seebühne Hiddensee ist ein kleines Kammertheater in Vitte auf Hiddensee, das überwiegend im Sommer geöffnet ist. Zu sehen sind hier kombinierte Marionettenspiele für jüngere und ältere Zuschauer im Wechsel. Im Spielplan stehen sowohl Märchen als auch anspruchsvolle Stücke wie „Faust" von Johann Wolfgang von Goethe oder Aufführungen nach Edgar Allan Poe.

Die Initiatoren der Seebühne Hiddensee – Wiebke Volksdorf und Karl Huck – erhielten für ihr Engagement den von der Kulturstiftung Rügen verliehenen Kulturpreis 2010.

Seebühne Hiddensee
Wallweg 2
18565 Vitte
Fon (038300) 60593
Email Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.
www.hiddenseebuehne.de


Hiddensee Kunst und Kultur: Prominente Gäste auf Hiddensee

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Insel Hiddensee beliebtes Reiseziel der Künstlerszene und der „intellektuellen Elite“. Es kamen Prominente, wie Albert Einstein, Thomas Mann, Billy Wilder, Oskar Kruse, Joachim Ringelnatz und viele mehr. Einige der  prominenten Gäste, wie Gerhard Hauptmann, Gret Palucca, Elisabeth Büchsel und Asta Nielsen, haben dann auch Häuser auf Hiddensee besessen, die im Laufe der Jahre zum intellektuellen Treffpunkt wurden.

Elisabeth Büchsel (1867 -  1957) kam zu Anfang des 20. Jahrhunderts nach Hiddensee. Sie wohnte und lebte mit den Fischern und stellte ihren Alltag und die Landschaft von Hiddensee auf ihren Bildern stimmungsvoll dar. Ihre bekanntesten und beliebtesten Motive sind z. B. Hiddenseer Frauen auf dem Feld, Hiddenseer Kinder beim Spiel und Netze flickende Fischer. Elisabeth Büchsel irritierte die Hiddenseer Bewohner durch ihr morgendliches Bad im Meer, die dies als Leichtsinn ansahen und ihr einen frühen Tod bescheinigten, was jedoch nicht eintraf, denn Elisabeth Büchsel wurde 90 Jahre alt und war gesund bis ins hohe Alter.


Kleiner Exkurs: Elisabeth Büchsel – Malerin und Grafikerin

Büchsel PosterBereits in der Kindheit entwickelte sich die künstlerische Begabung von Elisabeth Büchsel, die sie aufgrund ihrer Erziehung jedoch nicht ausleben konnte. Ernsthaft mit der Malerei beschäftigte sie sich erst mit Erreichen der Volljährigkeit, die sie von ihren Eltern unabhängig machte. Ihr künstlerisches Wissen erwarb sie zeitweise in Malklassen an fortschrittlichen Kunstakademien, durch Privatunterricht und Studienreisen nach Frankreich und Italien, denn der offizielle Zugang zu einer Kunsthochschule blieb ihr zur damaligen Zeit als Frau verwehrt. In ihrer Geburtsstadt Stralsund ließ sie sich schließlich nieder und war dort als freischaffende Malerin tätig. Von 1922 bis zur Auflösung im Jahr 1933 durch die Nationalsozialisten war sie Mitglied im „Hiddenseer Künstlerinnenbund“. Einen großen Teil des Jahres verbrachte Elisabeth Büchsel auf Hiddensee, wo die gesellige Malerin Dichter, Schauspieler, Musiker und Gelehrte zu ihren Gästen zählte. 1957 starb die Malerin und wurde in Stralsund auf dem Knieper Friedhof beigesetzt. Die Stadt Stralsund besitzt eine große Sammlung von Werken von Elisabeth Büchsel. Im Jahr 2007 widmet sich eine Sonderausstellung im Heimatmuseum Kloster auf Hiddensee dieser bedeutenden Malerin.


Gerhart Hauptmann (1862 – 1946) kam das erste Mal im Jahr 1885 nach Hiddensee. Bei diesem Aufenthalt entstand das Gedicht „Mondscheinlerche“. Dann im Jahr 1896 war er erneut auf der Insel. Viele seiner Gedichte sind hier entstanden. Gerhart Hauptmann beschreibt: „Unter den Gästen von Hiddensee haben sich, abgesehen von den schönen und schönsten Frauen, Dichterinnen, Dichter, Maler, Bildhauer, Musiker, Schauspieler und sonstige Künstler ohne Zahl befunden. Männer klangvollster Namen auch aus allen Gebieten der Wissenschaft. Hiddensee war das geistigste aller deutschen Seebäder." Er verbrachte immer wieder Sommer auf Hiddensee, wo er die Einsamkeit suchte. In Kloster erwarb er schließlich das „Haus Seedorn“ und kam regelmäßig bis 1943 in den Sommermonaten auf die Insel. 1946 wurde er – seinem Wunsch gemäß – auf dem Inselfriedhof in Kloster begraben.

Gret Palucca (1902 – 1993) ist eine weitere bekannte Besucherin der Insel. Sie gründete 1925  die Tanzhochschule Dresden, die 1939 durch die Nazis geschlossen wurde. Nach Ende des 2. Weltkrieges begann Gret Palucca dann wieder zu unterrichten und bildete als Tanzpädagogin unzählige von Tänzerinnen und Tänzern aus. Ihre Tanzimprovisationen, bei denen sie auf ihre „innere Stimme“ hörte und ihrer tänzerischen Phantasie freien Lauf ließ, machten sie international berühmt. Sie war Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste, erhielt 1992 das Grosse Bundesverdienstkreuz und wurde Ehrenbürgerin der Stadt  Dresden. Auch sie verbrachte von 1948 an viele Sommer auf Hiddensee. Noch heute ehrt man sie auf Hiddensee in einer Tanzwoche mit Tanzimprovisationen am Strand, am Leuchtturm und auf dem Deich. Gret Palucca wurde auf Hiddensee begraben.

Der dänische Stummfilmstar Asta Nielsen (1881 – 1972) verbrachte viele Jahre ihre Sommerferien auf Hiddensee. Sie lebte in Vitte in ihrem Haus Karusel, einem originellen Rundbau des Architekten Max Taut. Auch ihr Domizil war in den 20er Jahren Künstlertreff.