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Boltenhagen - Sehenswertes PDF Drucken E-Mail

Buddelschiffmuseum Boltenhagen

Seit er zwölf Jahre alt ist, baut Jürgen Kubatz Buddelschiffe. Bereits 17 Jahre führt er im Ostseebad Boltenhagen nun schon ein kleines Museum und präsentiert dort seine Arbeiten. Rund 220 Buddelschiffe können bewundert werden, angefangen bei Nachbildungen von Schiffen aus dem 15. Jahrhundert oder der Titanic bis hin zur Gorch Fock. Jedes Jahr kommen etwa zehn bis 20 neue Buddelschiffe dazu, die Jürgen Kubatz zum Teil auch verkauft. Weiterhin fertigt er Buddelschiffe nach individuellen Wünschen an. 2010 möchte Jürgen Kubatz sein Großprojekt fertig gestellt haben - eine ganze Werft mit Slipanlagen, Kränen, Gebäuden und Schiffen in einen Weinballon.

Öffnungszeiten:

Mo – Fr 14.00 – 18.00 Uhr
Sa – So 13.00 – 18.00 Uhr

Buddelschiffmuseum Boltenhagen
Jürgen Kubatz
Ostseeallee 23
23946 Ostseebad Boltenhagen


Schloss Bothmer in Klütz 

Der Name Bothmer hat für Boltenhagen eine große Bedeutung. War es nicht Graf von Bothmer, der 1803 in Boltenhagen den ersten Badekarren aufstellen ließ, und somit den Grundstein für die Entwicklung Boltenhagens als Seebad legte.

Fünf Kilometer von Boltenhagen entfernt, mitten im „Klützer Winkel", liegt die größte und bedeutendste Schloss- und Gartenanlage Mecklenburgs. Der „Klützer Winkel" gilt als eines der fruchtbarsten Gebiete Norddeutschlands und wird scherzhaft auch „Speckwinkel" genannt.

1726 – 1732 wurde hier das Schloss von Johann Friedrich Künnecke im Auftrag des hannoverschen Gesandten am englischen Hof, Reichsgraf Hans Caspar von Bothmer, errichtet. Vorbild für die Anlage war Blenheim Castle, das er in Woodstock/Oxfordshire kennen gelernt hatte.

Der elfachsige, zweigeschossige Bau verzichtet auf die im Barock übliche prächtige Fassadengliederung. Der dreiachsige Mittelrisalit wird mit Giebel und Freitreppe hervorgehoben, ansonsten ist die Ziegelfassade nur durch die Fensterachsen und sparsam verwendete Sandsteingesimse gegliedert. Das Hauptgebäude umschließt mit zwei Kavaliershäusern, mit denen es durch einstöckige Galerien verbunden ist, den Cour d'honneur. Bei sämtlichen Bauten griff Künnecke mit der unverputzen Backsteinarchitektur auf die lokale Tradition zurück. Im Treppenhaus und im Festsaal haben sich Stuckdekorationen erhalten, die um 1750 von italienischen Künstlern geschaffen wurden. Das gesamte Anwesen, zu dem eine prächtige, 300 m lange Lindenallee führt, ist nach holländischem Muster von Wassergräben umzogen.

Das Schloss und die Ländereien waren bis 1945 im Besitz der Familie von Bothmer. Danach erfuhr es eine wechselvolle Geschichte. Zunächst wurde es als Seuchenkrankenhaus genutzt, dann als Altenheim. 1998 wurden Schloss und Garten für eine DM an einen privaten Investor übertragen. 2006 fand eine Rückübertragung an den Landkreis Nordwestmecklenburg und die Stadt Klütz statt, 2008 übernahm das Land die Besitztümer. Das Schloss diente mehrfach als Kulisse für Filmproduktionen, zum Beispiel auch für den Film „Die Flucht" mit Maria Furtwängler.

Mit der Übernahme des Schlosses durch das Land Mecklenburg-Vorpommern können wir auf eine Restaurierung der Bausubstanz in den nächsten Jahren hoffen. Unterstützt wird das Land in dem Vorhaben durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD), die bereits in den Jahren 1996 und 1997 Gelder für die Schwammsanierung zur Verfügung gestellt hatte. Im Mai 2008 übergab die DSD das von ihr ebenfalls finanzierte digitalisierte Aufmass des Schlosses, das die Grundlage für alle weiteren denkmalgerechten Planungen ist. Im nächsten Schritt wird ein Nutzungskonzept für das Schloss erarbeitet.

Eine Besichtigung ist möglich. Im Schlosspark finden alljährlich die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern statt.

Schloss Bothmer
23948 Klütz
Fon (038825) 25831
Fax (038825) 25832
www.schloss-bothmer.de


alaris Schmetterlingspark Klützer Winkel

Drei Kilometer von Boltenhagen entfernt in Richtung Süden liegt Klütz. Eine neue Attraktion in Klütz ist seit September 2008 der Schmetterlingspark Klützer Winkel.

In einer großen Freiflughalle – dem Schmetterlingshaus - finden wir ca. 600 lebende Schmetterlinge aus ungefähr 30 Arten. Der Schmetterlingszoo stellt übers Jahr weitere 140 tropische Schmetterlingsarten aus. Die Vielfalt der Arten reicht von klein bis groß, bunt bis unscheinbar, laut bis leise. Wir lernen sie in allen Lebensstadien kennen – Ei, Raupe, Puppe und schließlich Schmetterling. Die Schmetterlinge leben in einer sehenswerten tropischen Pflanzenwelt.

Souvenirladen und Café mit Sonnenterrasse runden den Besuch im Schmetterlingspark ab. Der Schmetterlingspark Klützer Winkel gehört zur alaris Gruppe, die in ihren fünf Parks mit 140 verschiedenen Schmetterlingsarten über die größte Artenvielfalt der Welt verfügt.

Öffnungszeiten:
Mo – So, 9.30 – 17.30 Uhr (April bis Oktober)

Schmetterlingspark Klützer Winkel
An der Festwiese 2
23948 Klütz
Fon (038825) 263987
Fax (038825) 263986
Email Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.  
www.Schmetterlingsgarten.de


Kleiner Exkurs: Tagpfauenauge ist Schmetterling des Jahres 2009

Das Tagpfauenauge („Aglais io") wurde von der Naturschutzstiftung des nordrhein-westfälischen BUND-Landesverbandes und des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) zum Schmetterling des Jahres 2009 gewählt. Die Wahl fiel auf diese Falterart, weil anhand seines Beispiels die Folgen des Klimawandels ganz deutlich sichtbar werden. Denn das Tagpfauenauge bildet wegen der Klimaerwärmung inzwischen regelmäßig eine zweite Generation im Spätsommer aus. Früher kam dies in Deutschland nur in den wärmsten Regionen oder in sehr lang andauernden Sommern vor.Tagpfauenauge

Die Falter überwintern als ausgewachsene Schmetterlinge und sind daher auch im Winter auf Dachböden oder in Kellern zu finden. Schon ab März saugen sie an warmen Tagen Nektar an Weidenkätzchen, Seidelbast oder Huflattich. Ihre Raupen ernähren sich von Brennnesseln. Die Schmetterlinge schlüpfen ab Juli und saugen meistens Nektar an violett blühenden Pflanzen, vor allem an Disteln. In Hausgärten findet man sie gemeinsam mit anderen Faltern häufig am Sommerflieder Buddleja, der deshalb auch „Schmetterlingsstrauch“ genannt wird. Die zweite Generation schlüpft von Spätsommer bis Herbst.

Die großen Augenflecken, die dem Pfauenauge seinen Namen geben, nutzt der Schmetterling als Schutz gegen Fressfeinde. Bei Gefahr klappt er die Flügel ruckartig auseinander und zeigt seine Flügeloberseiten. Dem Fressfeind wird so vorgegaukelt, ein großes Tier blicke ihn an. Im Ruhezustand klappt der Schmetterling seine Flügel zusammen und sieht dann aus wie ein trockenes Blatt.

Pfauenaugen gehören zu den häufigsten Tagschmetterlingen in Deutschland und sind mit Ausnahme des hohen Nordens in ganz Europa und Asien beheimatet. Schmetterlingsliebhaber sollten deshalb in ihrem Garten immer einige Brennnesseln stehen lassen – eine wichtige Futterpflanze auch für viele andere Falter.
Dem Tagpfauenauge droht eine besondere Gefahr durch Bt-Mais, der einzigen gentechnisch veränderten Pflanze, die derzeit in Deutschland kommerziell angebaut wird. Einer Studie zufolge starben etwa 20 Prozent der Schmetterlingsraupen, nachdem sie Brennnesselblätter mit Maispollen in typischer Konzentration wie sie an Feldrändern auftritt, gefressen hatten.

Der Schmetterling des Jahres wird seit 2003 gekürt. Schmetterlinge eignen sich gut als Umweltindikatoren, da sie sehr schnell auf Veränderungen reagieren. Aufgrund des Klimawandels breiten sich Wärme liebende Arten weiter aus. Arten dagegen, die auf kühlere Bedingungen angewiesen sind, ziehen sich - soweit möglich - nach Norden oder in Bergregionen zurück. Mit der Verschiebung der Verbreitungsgebiete wird sich auch die Artenzusammensetzung der Schmetterlinge in Deutschland verändern.

Quelle: BUND Pressemitteilung vom 18. Dezember 2008

Weitere Informationen über den Schmetterling des Jahres 2009 finden Sie hier:

www.bund-nrw.naturschutzstiftung.de
www.bund.net
www.abenteuer-faltertage.de