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Glowe - Der Seenotrettungskreuzer „Kurt Hoffmann"

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ist im Glower Hafen mit dem Seenotrettungskreuzer "Kurt Hoffmann" stationiert und sichert von hier aus den Großraum der Ostsee zwischen Kap Arkona und Sassnitz mit einer 13-köpfigen Rettungscrew, bestehend aus Einwohnern der Gemeinde Glowe. Der Hafenmeister des Glower Hafens ist gleichzeitig Vormann der „Kurt Hoffmann". Kurt Hoffmann war ein Bürger aus Berlin, der die Seenotretter in seinem Nachlass bedacht hat, und deshalb wurde das Boot zur Erinnerung an den Spender auf den Namen „Kurt Hoffmann" getauft.

18551 Glowe

Weitere Informationen zur DGzRS:
www.seenotretter.de

Kurt Hoffmann


Glowe - Von Rügen in die ganze Welt - Rügen Radio

In Glowe befindet sich die ehemalige Funkempfangsstelle Rügen Radio. Die für die Schifffahrt wichtige Küstenfunkstelle wurde in den dreißiger Jahren eröffnet und blieb bis in die 90er Jahre in Betrieb.

Die stetige Zunahme des Schiffsverkehrs machte eine funktechnische Betreuung zur Sicherung von Menschenleben auf der Ostsee notwendig. Bereits im Jahre 1911 wurde in Svinemünde eine Küstenfunkstelle in Betrieb genommen, die jedoch 1930 nach Rügen verlegt wurde, um vom Zentrum des zu versorgenden Seegebietes aus senden zu können. Die Funkempfangsstelle wurde am östlichen Ortseingang von Glowe und die Funksendestelle auf dem Teufelsberg bei Lohme errichtet. Von hier sollte die Schifffahrt im Gebiet der Mittleren und Südlichen Ostsee kontrolliert werden. Der Funkverkehr wurde damals über Mittel- und Grenzwelle ausgesendet.

Im zweiten Weltkrieg unterstand Rügen Radio der Kriegsmarine, und im Jahre 1945 wurde der Betrieb ganz eingestellt und vor Eintreffen der Roten Armee gesprengt.

Nach Kriegsende wurde in Sassnitz an dem Aufbau der Fischwirtschaft gearbeitet. Mit einer sich im Laufe der Jahre vergrößernden Kutterflotte stieg auch der Bedarf an einer Küstenfunkstelle.

Es erfolgte der Wiederaufbau der zerstörten Küstenfunkstelle mit Sende- und Empfangsstelle zunächst in Lohme. Mit Ausdehnung der Fanggebiete bis zur Nordsee wurde eine Erweiterung der technischen Anlagen notwendig und somit auch die räumliche Trennung der Sende- und der Empfangsstelle. Grund für die Trennung war, dass der Empfang der schwachen Funksignale der Schiffssender nicht durch eine starke eigene Aussendung beeinträchtigt werden sollte.

So verblieb die Sendestelle in Lohme, und die Empfangsstelle wurde in Glowe zunächst provisorisch in einem Wohnhaus errichtet. Die komplette Wiedererrichtung der Funkempfangsstelle erfolgte dann im Jahre 1953. Ganz neu war die Verbreitung der „Schiffspresse" über Funk, einer Art Nachrichtensendung, die den Seeleuten Neuigkeiten aus der Heimat brachte. Ab 1958 erfolgte die Aussendung über Kurzwelle.

Weitere Nachrüstungen der Anlagen wurden in den sechziger Jahren notwendig – zum einen bedingt durch das vermehrte Einlaufen ausländischer Schiffe in die Häfen der DDR, zum anderen durch die Schließung des Suezkanals aufgrund des Sechstagekrieges, was den weiteren Seeweg ums Kap der Guten Hoffnung und somit eine weitere Reichweite der Funkverkehrs notwendig machte.

Mit der politischen Anerkennung der DDR im Jahre 1973 und der Aufnahme in die UNO konnten nun auch die ausländischen Seefunkstellen über Rügen Radio Gespräche führen. Der Funkverkehr stieg an und ebenso die Erlöse aus diesem Funkverkehr, und dieser wurde infolgedessen auch zur einer wichtigen Einnahmequelle für ausländische Währung.

Die Wiedervereinigung im Jahr 1990 brachte weitere Veränderungen. Kiel Radio und Elbe-Weser Radio arbeiteten mit den Seefunkstellen in der Nord- und Ostsee, Norddeichradio war im Fernbereich auf Kurzwelle tätig. Alle diese Küstenfunkstellen waren jedoch schon nicht mehr ausgelastet, da im küstennahen Bereich die Mobilfunknetze die Aufgaben der Küstenfunkstellen übernahmen, und der ferne Bereich zunehmend über Satellitenverbindungen abgewickelt wurden. Rügen Radio musste deshalb den fernen Funkverkehr einstellen, und Norddeichradio übernahm die komplette Abwicklung des Funkverkehrs mit den fernen Seefunkstellen.

Bald wurde Kiel Radio geschlossen, so dass Rügen Radio den gesamten UKW-Küstenfunkdienst in der Ostsee übernahm. Auch der Küstenfunkverkehr ging in den neunziger Jahren immer mehr zurück, und Rügen Radio stellte 1998 den Küstenfunkdienst komplett ein. Auch Norddeich Radio wurde schließlich aufgelöst.


Sassnitz - Fährhafen Neu Mukran: Was aus der Königslinie wurde

Durch die günstige seegeografische Lage und die Lage im äußersten Nordosten von Deutschland wurde der Fährhafen Sassnitz zum bedeutenden Seehafen mit den kürzesten Verbindungen zwischen Deutschland und Schweden, Dänemark, Finnland, Russland sowie dem Baltikum. Aufgrund der Wassertiefen von 10,50 Metern können alle Schiffsklassen den Hafen im Sassnitzer Ortsteil Mukran anlaufen.

Die gewaltige Fähranlage, die in den 80er Jahren in Neu Mukran gebaut wurde, verfügt über acht Piers, die zwischen 100 und 250 Meter lang sind. Mehrere der Piers haben einen Gleisanschluss. Am Pier 6, der eine Wassertiefe von 10,50 und eine Länge von 250 Metern hat, können Kreuzfahrtschiffe anlegen. Der Güterumschlag pro Jahr beträgt 5 bis 6 Millionen Tonnen. Damit ist Sassnitz der drittgrößte deutsche Ostseehafen.

Am 1. Mai 1897 wurde die erste Fährverbindung von Sassnitz nach Trelleborg eröffnet, die damals als „Königslinie" bezeichnet wurde. Heute wird die Verbindung Sassnitz-Trelleborg von der Reederei „Scandlines" betrieben. 1909 wurde auf der „Königslinie" der erste Eisenbahnfährbetrieb aufgenommen, und so konnte der Eisenbahnfährhafen Sassnitz/Mukran im Juli 2009 sein hundertjähriges Bestehen feiern.

Nach dem zweiten Weltkrieg begann im Jahre 1948 nach mehreren Jahren Pause von Sassnitz aus wieder der Fährbetrieb. Der Neubau des Fährhafens in Mukran in den 80er Jahren war eines der letzten großen Verkehrsbauprojekte der ehemaligen DDR. Wichtiges Ziel dabei war die Schaffung einer leistungsfähigen Fährverbindung in die Sowjetunion, um die Produkte nicht über den langwierigen Landweg durch Polen transportieren zu müssen. 1986 wurde die Verbindung nach Klaipeda eröffnet. Die Erweiterung mit fünf Eisenbahnfähren erfolgte 1989. Ab 1990 – zur Zeit der Wiedervereinigung - musste der Anstieg im Personenverkehr nach Skandinavien bewältigt werden, und umfangreiche Umbau- und Erweiterungsarbeiten der Terminals wurden erforderlich.

Heute gibt es von Sassnitz aus mehrere Linienverbindungen. Mehrmals täglich fahren Fähren der Reederei Scandlines von Sassnitz nach Trelleborg und zurück (ursprüngliche „Königslinie“) in nur dreieinhalb Stunden. Die Reederei Bornholmstraffiken fährt mehrmals täglich Rönne auf Bornholm an. Zweimal in der Woche fahren Fähren der Reederei TransRussiaExpress nach Baltijsk und St. Petersburg in Russland. Eine Fahrt nach Petersburg dauert 48 Stunden. Dreimal pro Woche geht es mit der Reederei DFDS Lisco in 18 Stunden nach Klaipeda in Litauen und einmal pro Woche ebenfalls mit DFDS Lisco nach Sowjetsk/Tilsit in Russland.

Der Fährhafen Sassnitz spezialisierte sich auf den kombinierten Eisenbahnfährverkehr und ist der größte in diesem Bereich in Deutschland. Zudem ist Sassnitz der einzige Hafen in Westeuropa, der Eisenbahnwaggons mit der Breitspur 1520 mm, die in Finnland und Russland verwendet werden, verladen kann. Ganz inoffiziell heißt der Fährhafen deshalb auch "westlichster Cargo-Bahnhof der Transsibirischen Eisenbahn". 2008 durchliefen 56.000 Eisenbahnwagen den Fährhafen in Sassnitz/Mukran mit Gütern aller Art - von Fahrzeugen, über Industrieprodukte, Lebensmittel bis zu Gefahrgütern. Seit Mai 2008 ist der Fährhafen auch Zielbahnhof der Transportroute für die Röhren der neuen Gaspipeline durch die Ostsee. Auch die neuen Hochgeschwindigkeitszüge des Typs „Velarus“ für die russische Eisenbahngesellschaft RZD (Rossijskije schelesnyje dorogi) werden hier verschifft. Seit 2005 führt die Deutsche Bahn ihren gesamten Eisenbahnfährverkehr gen Osten über Sassnitz/Mukran. Gemeinsam mit der Reederei DFDS wird die Eisenbahnfährlinie nach Litauen und ins Baltikum via Klaipeda weitergeführt.

Fährhafen Sassnitz GmbH
18546 Sassnitz/Mukran
Fon (038392) 55210
Fax (038392) 55240
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www.faehrhafen-sassnitz.de

Fährhafen Neu Mukran