Jahresrückblick 2006 des Deutschen Wetterdienstes
Das Jahr 2006 ist zwar noch nicht ganz zu Ende, war aber bisher erneut ein Jahr, das zeigt wie abwechslungsreich das Wetter in Deutschland sein kann. Es wurde zunächst geprägt von einem langen Winter, oft mit viel Schnee und zeitweise auch sehr kalt. Dies führte immer wieder zu großen Problemen im Verkehr: auf Straßen, Schifffahrtswegen und im Flugverkehr. Der Sommer dagegen zeigte sich anfangs sehr lange von seiner schönsten Seite: Außergewöhnlich sonnig und sehr warm, zumindest bis zum Ende der Fußball-WM in Deutschland. Dabei purzelten viele Rekorde an Wetterwarten des Deutschen Wetterdienstes (DWD).
Nie war ein Juli zuvor so warm gewesen. Zuletzt dominierten in diesem Monat allerdings zunehmend gewittrige Wetterlagen mit Blitz und Donner, Sturm, Regen, Hagel und einigen Tornados, verbunden mit Überschwemmungen, Todesopfern und großen Schäden. Der August war dagegen von völlig anderer Art: zu kühl, zu nass und zu wenig Sonne gegenüber den klimatologischen Normalwerten. Ab September stellte sich dann ein außergewöhnlich lange anhaltender Altweibersommer ein, mit viel Sonne und vielen warmen Tagen. Diese Witterung zog sich auch durch den außergewöhnlich warmen Oktober und den November. Erneut meldeten einzelne Wetterwarten des DWD neue Rekordmarken und am Ende verzeichneten die Meteorologen des nationalen Wetterdienstes den wärmsten Herbst seit Beginn der Aufzeichnungen. So wie der Herbst endete, so begann auch der Dezember, nämlich viel zu mild und weit und breit ohne Schnee.
In Deutschland kam es auch im Jahr 2006 wieder zu Toten, Verletzten und zahlreichen Schäden durch Unwetter und gefährliche Wetterlagen. Der DWD hat den Wetterverlauf in Deutschland permanent überwacht und alle gefährlichen Wetterlagen dokumentiert. Wie in den Jahren zuvor wurden Berichte über die wichtigsten Wetterschäden in Deutschland gesammelt und als Zusammenstellung regelmäßig veröffentlicht.
Nachfolgend sind die Wetterereignisse aufgelistet, die unmittelbar die Wassersportregion der Nordsee und Ostsee sowie die Region der Elbe betroffen haben. Die komplette Aufstellung über die Wetterereignisse in ganz Deutschland finden Sie auf der Internetseite des DWD.
März 2006 Ein Tornado 27. im Raum Unterweser-Unterelbe auf. Er zerstörte in Hamburg-Harburg Stromleitungen, deckte Dächer ab und brachte zwei Kräne zum Umsturz. Die beiden Kranführer starben, zwei weitere Personen wurden schwer verletzt. Es gab Hagel mit Korngrößen bis zwei Zentimeter. Eine Schiffslagerhalle stürzt ein, hierzu weitere Informationen unter folgendem Link http://www.eilunh.de/Nachrichten/html/280306_aktuelles.html
August 2006 Ein Unwetter zog am 4. über die Insel Rügen. In der Folge liefen auf der Halbinsel Mönchgut mehrere Keller voll, am Bahnhof Göhren stand das Wasser 1,5 Meter hoch. Schwere Regenfälle überfluteten am 29. abends die Rostocker Innenstadt. Das Wasser stand zeitweise einen Meter hoch. Tornados und Wasserhosen wurden in diesem Monat beobachtet: Am 3. drei Wasserhosen bei Büsum, eine Wasserhose am 13. in der Elbmündung bei Cuxhaven, am 29. zwei Wasserhosen in der Hohwachter Bucht, eine an der Uferpromenade von St. Peter-Ording sowie eine vor Spiekeroog. Die Hitze des vergangenen Monats ließ im August an der Ostsee die Blaualgen in starken Konzentrationen auftreten. Hierzu weitere Informationen unter folgendem Link http://www.eilunh.de/Nachrichten/html/210806_aktuelles.html
Oktober 2006 In Schleswig- Holstein wurden an der Nordseeküste am 3. vor der Eidermündung, am 4. über der Meldorfer Bucht sowie am 5. und 10. vor Sylt Wasserhosen beobachtet.
November 2006 In der Nacht zum 1. und am 1. selbst gab es in Norddeutschland besonders im Bereich der Küste schweren Sturm mit Orkanböen. Auf der Nordsee wurden Wellen bis zu 17 m Höhe beobachtet. Bei Aurich und Leer beschädigten umstürzende Bäume einige Häuser. Auf Baltrum und Borkum wurden Strandbuden weggefegt, in Hamburg ein Containerschiff von den Leinen gerissen. An der Ostsee stand in Heiligenhafen der Innenstadt- und Hafenbereich unter Wasser. Die Wohnmobilstellplätze am Hafen mussten geräumt werden. Segler konnten ihre Yachten nicht verlassen, da das Wasser über den Stegen stand, und es gab Probleme bei der Stromversorgung. Am 8. verursachte schwerer Sturm an der Küste von Mecklenburg-Vorpommern starke Schäden: Seebrücken mussten gesperrt werden, Dünen und Deiche wurden zerstört.
(16. Dezember 2006)
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